Post-Konkurrent zieht das Tempo an

Der Deutsche Paket Dienst (DPD) schaltet einen Gang hoch. Vormals nur im klassischen Paketversand für Geschäftskunden tätig, hat DPD sein Dienstleistungs-Portfolio unlängst um Expresslieferungen ergänzt. Der Konkurrenzkampf mit der Deutschen Post geht also in die nächste Runde. In Deutschland bereits zweitgrößter Paketversender, kann der DPD (22.000 Mitarbeiter) auf ein europäisches Netzwerk mit 400 Niederlassungen für mehr als 150.000 Kunden zurückgreifen.

Expansion am Niederrhein

Neues DPD-Paketlogistik-Zentrum am Niederrhein:
Tages-Umschlag von 25.000 Paketen.

Sinnbild der erklärten Expansionsstrategie ist das neue Paketlogistikzentrum DPD-Depot 141 im niederrheinischen Hückelhoven. Investitionskosten: rund 10 Millionen EUR. Seit Juli 2002 in Betrieb, werden hier täglich bis zu 25.000 Pakete abgewickelt. Der DPD-Gesamtumschlag der Region Rhein-Ruhr beläuft sich auf rund 190.000 Pakete.

Hin und weg weltweit

Beauftragt mit der Automatisierung des Depots, entwickelte der Logistikspezialist BUDDE Fördertechnik GmbH (Bielefeld) eine raffinierte fördertechnische Auslegung. Die Ostwestfalen zeichnen schon seit Jahrzehnten u.a. für solche Full-Service-Lösungen im Stückguttransport verantwortlich. Ausgangspunkt der fördertechnischen Überlegung durch die Budde GmbH war die Differenzierung zwischen dem Ein- und Ausgangsgeschäft. 17.000 Pakete werden täglich im Ein-, bis zu 8.000 Pakete im Ausgangsgeschäft abgewickelt. Im Eingangsgeschäft werden die Pakete, die für Empfänger in der Region bestimmt sind, im Depot sortiert und mit den Lieferfahrzeugen zugestellt. Das Ausgangsgeschäft umfasst die Abholung bei den Versendern sowie den deutschland- und weltweiten Versand.

Hochqualitative Bauteile

Zur Bewältigung dieser enormen Warenströme setzte BUDDE Fördertechnik in jeder Hinsicht auf Premiumqualität: "Die Qualität der Komponenten ist die Grundlage eines funktionssicheren Materialflusssystems. Wir setzen deshalb von der Planung bis zur Montage nur auf eigene Kapazitäten und hochqualitative Bauteile." Zu welchen auch Interroll- Know-how in Form der S 1700 zählt.

Geräuscharmer Lauf

So laufen die Pakete - Gesamtförderstrecke: 1700m - auf speziell geräuscharmen Universalrollen S 1700 mit 60mm Durchmesser teils auf Schwerkraftbahnen, teils auf angetriebenen Förderstrecken. Auf Grund ihrer Beschaffenheit passen sich die bis zu 31,5kg schweren Kartons den Rollen extrem gut an, wodurch sich das Gewicht wiederum gleichmäßig verteilen kann. Und dies, obgleich Größe und Gewicht der Kartons ebenso unterschiedlich sind wie die Fördergeschwindigkeit differiert. In den Kurvenbahnen kommen konische Rollen zum Tragen; abgerundete Rollenenden erleichtern zudem das seitliche Aufschieben der Pakete erheblich.

Förderung im Eingangsgeschäft

Die Förderstrecke im Eingangsgeschäft verläuft über die Entladelinie - sie meistert bis zu 1000 Pakete pro Stunde - und die Sammelstrecken bis hin zu den Unternehmerstrecken in die Unternehmerhallen. Die Pakete im Durchschnitt von 700 mm Länge werden zunächst aus Wechselkoffern auf Teleskopgurtförderer gelegt. Diese transportieren die Pakete zu einem Vereinzelungsband.

Auf dem nachfolgenden Rollenförderer wird die Ware gescannt und der Anteil an Kleinpaketen (ca. 20 Prozent) ausgesondert. Die eingelesenen Pakete werden dann über das Vorsatzband auf den 3-4-Wege-Routertisch transportiert, wo sie automatisch auf die jeweilige Abzugsstrecke geleitet werden.

3000 Pakete stündlich

Anschließend laufen die Pakete über die Sammelstrecken A (Unten), B (Mitte) und C (Oben) zu den Pusherplätzen. Jede der drei Sammelstrecken ist in der Lage, bis zu 3000 Pakete (größenabhängig) pro Stunde in die Unternehmerhalle abzutransportieren. Die anschließenden Unternehmerstrecken, die die Pakete bis zu den Entladebuchten transportieren, weisen bei einer Geschwindigkeit von 0,5 m/sec eine Kapazität von 1800 Paketen pro Stunde auf.